KERSTINS
LIEBLINGSHÖRSPIELE
aus "Park Avenue", August 07
1.)
Banana Yoshimoto
Dornröschenschlaf
(mit Anna Thalbach, 2 CDs, Süddeutsche Zeitung Bibliothek, München 2006)
Eine glücklich-abgründige Meditation über den Schlaf. Das Hörspiel
trägt klarsichtig durch diese Momente zwischen Schlaf und Wach.
2.)
Honoré de Balzac
Verlorene Illusionen
(mit Maria Körber, Peter Weis, Horst Tappert u.v.a., 4 CDs, 292 Min, Der
Hörverlag, München 2003/2006)
Für alle, die an der zynischen Boulevardisierung des gegenwärtigen Journalismus
leiden. Balzacs Gesellschaftsroman, hier mit Horst Tappert in der Rolle des Bösewichts,
beweist: auch im 19. Jahrhundert war es nicht besser!
3.)
Ingeborg Bachmann
Der gute Gott von Manhattan
(mit Charles Regnier, Martin Benrath u.v.a., 2 CDs, 90 Min, Der Hörverlag,
München 1996/ Produktion Südwestfunk 1958)
Ergreifend und aufwendig inszeniertes Hörspiel aus der klassischen Hörspiel-Dekade.
Macht die gewaltige Doppelmoral der 1950er ff - und die (Un-)Möglichkeit
von Liebe - durch Stimmen, Gegenstimmen und stimmlose Choräle hörbar.
4.)
Zadie Smith
Von der Schönheit
(mit Jasmin Tabatabai, 6 CDs, 444 Min, Der Hörverlag, München, 2006)
Der satirische Campus-Pop-Gesellschafts-Familienroman hat mich im letzten Jahr
extrem euphorisiert. Schade, aber schön, dass Jasmin Tabatabai all die 100
Rollen alleine spricht.
5.)
Linus Volkmann
Robbe und Bürzel, Zwei Herzen schlagen super
(mit Philipp Neubauer, Felix Scharlau u.a., 1 CD, Ventil Verlag, Mainz, 2006)
Robbe und Bürzel, das sind die süßesten Anti-Helden unserer Indie-Rock-Epoche!
Die traurigen Nerds, aus der Feder von Linus Volkmann, gibt es jetzt auch im superexklusiven
Special Effects - Hörspiel.
6.)
Oscar Wilde
Die Nachtigall und die Rose
(mit: AnNa R., 1 CD, der Sprachraum, Berlin, 2001)
Ob Oscar Wilde wirklich die schönsten Märchen geschrieben hat, lässt
sich schwer überprüfen. Wenn Anna R. von Rosenstolz die anmutige Geschichte
von der Nachtigall und der Rose liest, glaubt man dies Märchen allerdings
gern.
7.)
Johannes Finke
Schiller, abgehakt!
(mit Robert Stadlober, 2007, anhören/kaufen bei Itunes)
Robert Stadlober spricht in Finkes genialischem Theaterstück wieder die Stimme
seiner Generation zwischen Wohlstand, Konsum und Kritik. Und die gibts,
logisch, bislang nur im Netz.
8.)
Nick Hornby
A Long Way Down (mit: Julia Hummer, Hille Darjes u.a., 4 CDs, 300 Min, Der Hörverlag,
München, 2005)
Die Schauspielerin Julia Hummer verwandelt die aggressive, bösartige Jess
in eine sensible angry young woman und korrigiert somit Hornbys charmanten
Chauvinismus.