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Zungenkuß, das ist nicht nur ein äußerst kenntnisreicher, weiblich perspektivierter Crash-Kurs in Popmusikgeschichte seit 1990, sondern eine Autobiographie anhand wechselnder Begeisterungszustände: Bruchstücke einer großen Konfession und zugleich Lehrbeispiele einer ebenso subjektiven wie reflektierten Popkritik. Kerstin Grether schreibt: "Wenn Pop das ist, was die Welt von ihrer Last erlöst, dann sind die ,Yeah Yeah Yeahs' Pop". Pop, das sind die Guten.
(Frankfurter Allgemeine Zeitung)


“Die spezifische Spannung zwischen Inszenierung und Inszenierenden als das eigentliche Terrain der Pop-Kritik auszumachen, gehört zu einer Kunst, die nur wenige so beherrschen
wie Kerstin Grether. In ihrer programmatisch betitelten Artikel-Sammlung „Zungenkuss“ wird auf beiden Seiten echtes Leben investiert in etwas, das strahlend künstlich ist. Grether beklagt dabei nicht nur die Verluste und kritisiert nicht nur die Verhältnisse, sie feiert auch die Triumphe – denn die letzten Artikulationsmöglichkeiten gegen die Wirkungen der Warenwelt liegen eben inmitten genau dieser Welt.“
(Diedrich Diederichsen, Frankfurter Rundschau, 11.7.2007)

"Zungenkuß" zeichnet ein buntes Bild der jüngsten Epochen von Pop und Wahn. Kerstin Grethers fühlbare Leidenschaft pusht Stil und Inhalte jedes Textes und erzeugt so gleichermaßen Rausch und Klarheit. Sie ist immer auch spöttisch, gern mal ironisch - aber es gibt dennoch keinen einzigen Moment, in dem man zweifeln müsste, ob diese Autorin das alles ernst nimmt. Sie tut es. Das alles: Pop, Sex, Feminismus, Sprache Schokolade, Hunger, Politik. Wo wird das denn bitte sonst noch zusammengedacht?"
(Intro)

"Schon allein der Untertitel "Du nennst es Kosmetik, ich nenn es Rock`n Roll" lohnt den Kauf dieses Buchs!"
(Süddeutsche Zeitung)

"Eine neue Rockgeschichte - geschrieben in farbechtem Lippenstift. Nur Kerstin Grether kann das."
(Rolling Stone)

„Die populäre Kultur spiegelt das Wissen ihrer Zeit“, schreibt Kerstin Grether im Vorwort zu „Zungenkuss“ . Und niemand schreibt so kluge und oft lebenssatte Popmusikgeschichten wie Kerstin Grether. Echt.
(Frankfurter Neue Presse Online )

“Musikgeschichten aus fünfzehn Jahren - Der vorliegende Band scheint auf den ersten Blick ein Konglomerat aus Texten zu sein... Aber es nur eine Textsammlung zu nennen, würde dem entspannt und gleichzeitig gespannt komponierten Sammelband von Kerstin Grethers Texten nicht gerecht werden... Die Vorgehensweise Grethers, den vorliegenden Band nicht nur als ein Sammelsurium von bereits veröffentlichten Texten zu sehen, sondern den Kontext und die Buchform der Veröffentlichung - also den ganzheitlichen Aspekt des Werkes - im Blick zu haben, macht eine der Besonderheiten des Bandes aus. Hinzu kommt eine große Themenvielfalt - was eigentlich beim Schreiben über Pop selbstverständlich ist, hier aber trotzdem erwähnt werden muss, da dies bei den meisten Autoren eben nicht selbstverständlich ist bzw aufgrund von derem engen Horizont wohl auch keinen Sinn machen würde - gepaart mit jeder Menge mehrfach ironisch gebrochenem Humor. Wie anders lassen sich sonst Texte mit Titeln erklären wie "Werte Familien am Fließband" (über die Serie "Beverly Hills 90210"), "Ein Plädoyer für schwache Nerven. Ally McBeals Hungerstreik" und "Ein Dekolleté wie Beyoncé. Brüste kriegen - ein Pop-Märchen". Man kann für den vorliegenden Band rein phänomenologisch gesehen feststellen: interessant, spannend, lesenswert - wie das Leben, das Grether in ihren Texten spiegelt. Sie liefert auf über 300 Seiten vollendetes Vergnügen beim Lesen über Pop. Man merkt bei der Lektüre auf, um festzustellen, wie witzig, interessant und intelligent über alltägliche Banalitäten und fundamentale Probleme geschrieben werden kann. Eine unterhaltsame Lektüre, bei der die Texte immer wieder zwischen kristallklaren Zeitanalysen, treffendem Musikjournalismus und bestechend lapidaren Formulierungen zirkulieren: "Und man kann euphorisch darüber werden, daß Mädchen, die Gitarre spielen, auch nur Menschen sind, die sich als freie Subjekte aufführen müssen." Mehr kann man nicht wollen.
(Literaturkritik.de)

"Oh, wie dringend nötig und längst fällig war dieses Buch! Druckwerke, in denen die popmusikalische Sozialisation aus männlicher Sicht dargestellt wird, gibt es schliesslich wie Sand am Meer. "Zungenkuß" kann als Doku-History über 15 Jahre Popmusik und gleichzeitig als Autobiographie gelesen werden. All die Themen, die Grether vor 10, 15 Jahren in der Spex behandelte (Frauen in Pop und Gesellschaft, Essstörungen, Bohemeleben und Armut), sind heute selbstverständliche Bestandteile des etablierten Feuilletons. Grether bezieht musikalische Phänomene auf das eigene Leben - und es ist genau diese persönliche Herangehensweise an das Phänomen Pop, die Kerstins Texte so klug und identitätsstiftend macht. Ihr Schreiben über Pop ist Pop selbst: Kerstin Grether besitzt das coole Wissen und gibt nicht damit an!"
(Satt.org)

"Die Ur-Form jedes eleganten Assoziierens ist die Kolumne, hier erkennt man die Meister des Genres daran, wie sie die Kunst der Überleitung beherrschen. Kerstin Grether zum Beispiel, natürlich, die fällt uns jetzt ein, denn Kerstin Grether hat uns seit vielen Jahren mit genau solchen Assoziations-Kolumnen überrascht. Sie hat das Format souverän durchgehalten, denn immerzu geht es um rasant erzählte Blitzgeschichten."
(Die Welt )

Kerstin Grether war und ist immer noch Fan. Aber inzwischen ist sie auch eine Ikone im deutschen Musikjournalismus. Wie kein/e andere/r hat sie die Frauen in die Musikgeschichte zurückgeschrieben. Dabei führt sie auch den Diskurs über die großen feministische Themen im zwanglosen Ton des "New Journalism". Kerstin Grether steht für klugen, individuellen und gesellschaftspolitischen Text im Rezensionsgewand. Endlich findet sich nun das "gesammelte Werk" von 1990 bis heute als Taschenbuchausgabe für den artgerechten Konsum in der schnellen Welt der Pop-Mädchen, Musiksüchtigen und Kulturinteressierten. Daher unser Aviva-Tip: Kerstin Grether schreibt über Frauen in Pop und Gesellschaft, Bohémeleben, Essstörungen und Armut, sie dokumentiert seit 15 Jahren die Musikgeschichte und befreite die Mädchen aus den Plattensammlungen der Boyfriends. Deshalb war dieses Buch überfällig und es rockt!
(Aviva-Berlin.de)